DRAGONLANCE
DRAGONLANCE
von Michael S.DOBSON
TSR
2-6 Spieler
Schlüpfen sie in die Haut des Halb-Elfen Tanis und
versuchen sie, mit den bronzefarbenen Drachen die Dragonlance für die Seite des
Guten in Besitz zu nehmen. Steht ihnen der Sinn nicht nach Rechtschaffenheit
und guten Taten, können sie aber auch als der Drachenherr Verminaard dessen
rote Drachen zum Ruhme des Chaos einsetzen. Die Dragonlance-Kampagne entsprang
dem Rollenspielsystem AD&D und besitzt insbesonders in den USA unter den
Fantasybegeisterten einen fast kultischen Ruf.
Eigentlich logisch, daß die Brettspielumsetzung nun
auf dem Markt erscheint.
Öffnet man die, übrigens imposante Ausmaße besitzende,
Schachtel, deren Cover mit der Abbildung eines angreifenden roten Drachens
bereits sehr gut die passende Stimmung vermittelt, bekommt man einmal mehr die
bei Importspielen meist übliche üppige Ausstattung zu Gesicht.
Jeweils 5 vollplastische Drachenfiguren einer Farbe
werden dem bis zu 6 Spielern zugeteilt. Man kann zwischen guten Charakteren wie
Tanis, Lord Gunthar oder Gilthanas und den Gefolgsleuten des Bösen, Verminaard,
Kitiara und Lord Toede wählen. Jeder dieser Charaktere besitzt eine besondere
Eigenschaft wie z.B. die Möglichkeit, einen Bogen zu benutzen oder Magie
einzusetzen. Für die Erreichung des Spielzieles, die Dragonlance aus dem in der
Mitte des Spielplanes befindlichen Turm in das jeweilige Heimatgebiet zu
bringen, ist die Gesinnung eines Charakters nebensächlich, jedoch beim Einsatz
von magischen Waffen, wie z.B. dem Hammer of DRAGONLANCE Kharas, von Bedeutung.
Zu Spielbeginn befinden sich alle Drachen auf dem
Erdboden. Durch einen Wurf mit einem W10 wird nun festgelegt, wieviele
Bewegungspunkte ein Spieler auf seine Drachen aufteilen kann (Wirft man eine 1
oder 2, kann man zum Trost eine Ereigniskarte ziehen). Grundsätzlich können nur
in der Luft befindliche Drachen bewegt werden (also, zuerst einmal hinauf in
luftige Gefilde). Pro Bewegungspunkt kann ein Drache entweder ein Feld weit
fliegen, oder eine Stufe höher steigen. Steigt er, wird dies dadurch dargestellt,
daß unter den Drachen eine weiße Scheibe gelegt wird und dieser nun also höher
als ein auf dem Boden befindlicher Drache steht. Da man bis zu 10 Höhenstufen
weit steigen kann (und muß, um die Dragonlance von der Spitze des Turmes zu
holen), ergibt sich auf dem Spielplan schon ein imposantes Bild, wenn in
verschiedenen Höhen bis zu 30 Drachen den Luftraum bevölkern. Um die
Dragonlance zu erlangen, muß ein Drache eines Spielers zuerst in Höhe 4 durch
ein bestimmtes Tor in seiner Farbe fliegen, um dann auf Höhe 10 zu steigen und
die Dragonlance aus dem Turm an sich zu nehmen.
Danach flugs auf Höhe 4 sinken, den Turmbezirk durch
ein beliebiges Tor verlassen, mit der Dragonlance im eigenen Gebiet landen und
sich als Sieger feiern lassen.
Nun werden die anderen Spieler aber dagegen einiges
einzuwenden haben und versuchen, dies zu verhindern oder die Dragonlance selbst
vom Turm zu holen. Also wird der Himmel zur Arena gnadenloser Luftkämpfe, in
denen herab stoßende Drachen sich auf ihre andersfarbigen Artgenossen stürzen
und tapfere Drachenreiter die Klingen kreuzen. Das Kampfsystem ist recht
einfach: Zu dem Wurfergebnis eines W10 werden diverse Modifikatoren (Angriff
aus Überhöhung hinten oder von der Seite, Einsatz von Ereigniskarten, besondere
Fähigkeiten der jeweiligen Spielfigur, Besitz der Dragonlance oder eines
magischen Gegenstandes, welchen man vorher von einem der fliegenden Schlösser,
die den Turm umkurven, entnommen hatte) gezählt und der Drache des Spielers mit
dem niedrigerem Wurfergebnis verliert die Differenz zwischen den modifizierten
Wurfergebnissen an Höhe.
Berührt er dadurch den Erdboden, zerschellt der
Drache dort und wird aus dem Spiel genommen.
So wogen also 2-3 Stunden lang die Gefechte wild hin
und her, ehe eine Partei oder auch ein einzelner Spieler den Sieg davon und die
Draaonlance in seine Heimat trägt. Alles in Allem kein
Geniestreich, aber aufgrund stimmiger Aufmachung,
der leicht erlernbaren Spielregeln und des relativ ausgewogenen Spielablaufes
sicher zu empfehlen, wobei die vorstehende Besprechung sich auf das Spiel mit
den Ausbauregeln bezieht, deren Anwendung dringend empfohlen wird.
WlN-Wertung
* DRAGONLANCE WW SS MA UU 2-6