TRI-ba-LANCE

 

FERRY KRAL:

 

Aus den Gesprächsaufzeichnungen der Abhöranlage eines durchschnittlichen Spielwarengeschäfts, mitgeschnitten, ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht von Ferry KRAL.

 

"Grüß Gott! Wissen Sie, was ich suche? Ich hätte gern ein Spiel für 2 Personen. Haben Sie da etwas Brauchbares für mich und meinen Gatten?"

"Ja natürlich, Gnädigste! Hier könnte ich Ihnen zum Beispiel...."

"Nein, nein! Nichts mit Würfeln. Ich mag Würfel nicht, da ist mir zu viel Zufall dabei."

"Aha. Ja, dann könnte ich Ihnen dieses hier ...."

"Ist das so ein interaktives wo immer alle gleichzeitig und so?"

"Ja!"

"Nein, das will ich auch nicht. In unserem Alter ist das nichts mehr."

"Abgesehen davon, dass Gnädigste noch viel jünger aussehen, kann ich ihnen dann dieses Spiel hier wärmstens ..."

"Ist das da auf der Abbildung der Schwarzenegger in diesem komischen Film; Conan oder wie der heißt?

"Ja!"

"Nein, das mag ich auch nicht. Wissen Sie, ich meine diese Fantasysachen und der Barbar und überhaupt, nein, das mag ich nicht!"

"Jetzt hab ich eine Idee. Diese Art von Spiel ist genau auf sie zugeschnitten."

"Ist das so etwas wie Schach?"

"Eigentlich nicht, man muss nur seine Chancen genau abwägen."

"Nein taktisch mag ich nicht, da muss man soviel denken."

"Nicht ganz. Lassen Sie es sich wenigstens zeigen".

"Naja, von mir aus."

"Was Sie hier sehen, ist das Spielbrett".

"Das Dreieck da? Und was sollen diese runden Vertiefungen mit den Punktewerten sein".

"Ja, dorthin müssen sie diese Spielfiguren setzen."

"Die sind ja ungleich hoch. Da gibt es ja 1er, 2er, 3er und 4er. Nein, da ist sogar ein 5er dabei."

"Das hat schon seine Richtigkeit. Der jeweilige Punktewert einer Vertiefung des Spielplanes wird am Ende des Spieles mit der Höhe der jeweils dort platzierten Spielfigur einfach multipliziert und die so insgesamt erreichte Punktezahl entscheidet, wer als Sieger aus dem Spiel hervorgeht."

"Naja, das klingt ja nun wirklich nicht allzu taktisch und nachdenken muss ich da ja wohl auch nicht so sehr. Aber, sagen Sie, wenn man einfach immer abwechselnd setzt, bis keiner mehr Spielfiguren hat - ist das nicht ein bisschen zu fade? Kann man vielleicht schlagen oder dem Gegner etwas wegnehmen?"

"Nein, das ist eigentlich nicht vorgesehen".

"Naja, das Ganze ist wenigstens aus Holz. Wissen Sie, das gefällt mir. Und außerdem passt dieser dreieckige Spielplan auch gut in das Gestell, das ich da in der Schachtel sehe. Nur, können Sie mir bitte die Kugel da mitten in diesem Gestell entfernen, die brauch ich wirklich nicht. Wissen Sie, da wackelt ja der ganze Spielplan, wenn man ihn drauflegt. Schauen Sie her, ich zeige Ihnen das. Da hat sich der Hersteller aber offensichtlich wirklich nichts dabei gedacht."

 

"Gnädigste, diese Kugel hier in der Mitte ist aber der Knack- und Angelpunkt des ganzen Spieles."

"Warum???"

"Sehen Sie: Das dreieckige Spielbrett wird so auf der Kugel platziert, dass keine der Kanten oder Ecken das darunter liegende Gestell berührt. Sehen Sie, dass es sich die Waage hält, ungefähr so. Nun setzen die Spieler abwechselnd einen beliebigen Stein auf das Gestell und ...."

"Naja, das ist ja auch recht einfach. Ich nehme einfach den 5er-Stein da und setze ihn hier auf die Vertiefung mit dem Punktewert 5 und habe .... hoppsla".

"Ja, sehen Sie. Der Spielplan ist so ausgependelt, dass man schon sehr genau überlegen muss, welches Gewicht wohl jeweils an einem bestimmten Punkt getragen wird, ohne die ganze Geschichte zum Kippen zu bringen."

"Und was passiert, wenn ich nun einen Zug gemacht habe, und der Spielplan berührt das Gestell?"

"Ganz einfach. Dann nehmen Sie Ihren Spielstein wieder vom Brett und Ihr Gegner kommt an die Reihe."

"Ja, nun ist mir auch klar, warum an den Rändern jeweils Vertiefungen mit höheren Werten aufscheinen und je mehr zur Mitte es geht, sich diese Werte vermindern. Aber eine Frage noch: Wie lange dauert eigentlich eine Partie?"

"Also in 10 Minuten sollte eine Partie durchgespielt sein. Aber man kann natürlich die jeweils in einer Partie erzielten Punkte auch notieren und bis z.B. 500 spielen usw."

"Wissen Sie, Sie haben mich schon fast überzeugt. Aber einen kleinen Nachteil hat das Spiel für mich schon. Manchmal besucht mich meine Enkeltochter, übrigens eine ganz entzückende 9jährige, und die möchte immer mit uns spielen und zwar immer mit meinem Mann und mit mir. Also würde ich etwas brauchen, was man auch zu Dritt spielen kann."

"Das haben Sie gerade in Ihren Händen, Gnädigste. Das Spiel kann sowohl von 2, als auch von 3 Personen gespielt werden und bietet immer den gleichen Spielspaß".

"Ja, dann ist es ja ideal. Ich nehme es auf jeden Fall. Das werde ich auch meinen Bekannten erzählen und empfehlen. Es ist lustig und zugleich einfach, kann ohne große Regelerklärung gespielt werden und man muss auch nicht stundenlang über den nächsten Spielzug nachdenken. Außerdem können es sowohl Erwachsene, als auch ältere Schulkinder spielen und es sieht recht gut aus. Eine Frage aber noch: Sagen Sie, wie heißt das Spiel eigentlich?"

 "TRI-ba-LANCE"

 

WIN-Wertung:

* TRI-ba-LANCE AAA UU TT m