SIAL
Sial
Taktikspiel für 2 Personen
Von Marcus Panhofer
Mei´Disein
Wer kann sich unter dem Titel SIAL etwas vorstellen?
Wahrscheinlich niemand. Und wie uns die Erfahrung lehrt: Sobald es sich um
einen Spieltitel handelt, dessen Name absolut keine Assoziationen weckt, wird
es wohl ein abstraktes Taktikspiel sein. Da auf dem Firmenstempel des Erfinders
unter Mei´Disein noch der Zusatz "Holz-Art" zu finden ist, kann man
sich außerdem auch unschwer vorstellen, welche Materialien verwendet werden. Es
ist also taktisch, es ist aus Holz und es ist ein Spiel - besitzt es aber auch
Spielwert?
Man stelle sich ein Quadrat mit 4 Bohrungen vor. Hat
man dies einmal geistig realisiert, ist es nicht schwer, sich 9 solche Quadrate
(d.h. lt Texas-Instruments 36 Bohrungen) vorzustellen. Diese 0 Quadrate werden
so zusammengelegt, daß ein großes Quadrat mit einer Seitenlänge von 6 Bohrungen
entsteht. Sollten Sie sich jetzt fragen, wo zum Teufel vor lauter Quadraten und
Bohrungen eigentlich der Spielwith ist, müssen Sie sich den Spielfiguren
zuwenden. Jeder Spieler erhält 6 dieser Figuren (=Holzstäbchen), die - man
glaubt es kaum - mehr oder weniger exakt in die Bohrungen passen. Jeder Spieler
plaziert seine Figuren so, daß auf der ihm zugewandten Grundlinie die mittleren
beiden Bohrungen und auf der darüber liegenden Linie die mittleren vier
Bohrungen belegt sind.
Nun stehen sich die beiden
"Schlachtreihen" gegenüber, zwei rauchende Köpfe senken sich über das
Spielbrett, taktischer Rauch steigt aus den Gehirnwindungen auf und dann fragen
sich beide: "Was ist eigentlich das Spielziel?" Das ist eigentlich
leihct erklärt: Um SIAL als Sieger zu beenden, muß man dem Gegner einfach drei
seiner Figuren wegnehmen.
Damit sind wir beim Zug- und Schlagmechanismus - und
der fordert schon einiges Umdenken. Die links vorne in einem kleinen Quadrat
stehende SPielfigur muß immer 3 Felder weit waagrecht oder senkrecht ziehen,
die rechts hinten stehende Figur immer 2 Felder weit. Alle anderen Spielfiguren
bewegen sich immer um ein Feld. Bedrängt man nun mit 3 eigenen Figuren eine
gegnerische Figur - bedrängt bedeutet in diesem Fall, daß die eigenen Figuren
angrenzend an den Gegner stehen - hat man diese Gegnerfigur geschlagen. Gelingt
dies 3x, hat man somit den Gegner "sialisiert" oder so ähnlich. Möchte
man sich aus taktischen Gründen jedoch nicht unbedingt mit einer eigenen
Spielfigur bewegen, hat de Erfinder auch andere Möglichkeiten vorgesehen; es
ist nämlich auch erlaubt, statt der Bewegung einer eigenen Figur zwei kleine
Quadrate untereinander zu vertauschen oder ein solches Quadrat zu verdrehen.
Ist der Austausch immer möglich, kann ein Verdrehen nur dann vorgenommen
werden, wenn sich auf dem Quadrat ausschließlich eigene Figuren befinden. Die
Vielfalt der Möglichkeiten bringt naturgemäß das Phänomen, daß man zwar alle
ausgezeichneten Züge des Gegners sieht, selbst jedoch keinen einzigen guten Zug
zusammenbringt. Übersicht bewahren heißt bei SIAL die Zauberformel.
Das Ganze klingt eigentlich sehr trocken, ist es
jedoch nicht. Gewarnt sollte nur jeder Spiler sein, der Action und laute
Unterhaltung sucht. SIAL spricht die Denker, die sich zu einer Partie in einen
stillen Winkel zurückziehen, an. Diese Denker aber werden wahrscheinlich mit
dem Spiel ihr Vergnügen haben.
WIN-Wertung:
* SIAL SSS 2 h
Anmerkung der Redaktion:
Das Spiel wird vom Autor selbst verlegt, er hat uns
freundlicherweise ein Exemplar überlassen, Interessenten können von mir näheres
erfahren.