DAS TAL DER MAMMUTS
Le Vallee des mammouths
Das Tal der Mammuts
Autor:
Verlag: Ludodélire
2-6 Personen
Irgendwann in der letzten Eiszeit lebten ein paar Stämme
prähistorischer Menschen im "Tal der Mammuts". Das Tal war nicht sehr
groß und di Nahrung knapp, sodaß die Stämme des öfteren um ihren Lebensraum kämpften,
den das Überleben in der feindlichen Umgebung war sehr hart.
Das Tal hatte etwa eine sechseckige Form un die
Landschaften waren (seltsamerweise) auch sechseckig angeordnet. Vier solcher
kleiner Felder bildeteten eine Talkante und die insgesamt 37 Sechsecke waren
Berge, Wälder, Ebenen und ein See. Sogar zwei Vulkane gab es in diesem Tal und
drei Flüssse flossen entlang der Seiten der gedachten Sechseckfelder.
Hier lebten mehrere menschliche Stämme, die sich
durch Fischen, Jagen und im Sommer auch durch Sammeln am Leben hielten. Sie
konnten sogar Felder bebauen. Die Menschen siedelten in Dörfern und wenn sie in
den Bergen waren, suchten sie sich Höhlen. Ihre Siedlungen gewährten ihnen
Schutz.
Im Sommer kamen sehr viele Tiere in das Tal. Die Jäger
waren immer voller Freude, wenn sie ein Mammut oder ein Bison oder ein anderes
Viech erlegen konnten, denn ihre Beute bedeutete Nahrung. Um die Mäuler ihres
Stammes zu stopfen, reichte es oft nicht aus, an angrenzenden Gewässern zu
fischen oder in den Wäldern nach Nahrung zu suchen. Auch der Ackerbau war mühsam;
nicht selten trampelten Wollnashörner und andere große Biester über die Felder
hinweg und zerstörten sie, außerdem mußte ein Stamm immer mit dem Neid der
anderen rechnen. Es ist doch nichts schöner als die Früchte anderer Leute
Arbeit zu ernten - das wußten sie damals auch schon ...
So kämpften die Männer oft gemeinsam gegen die
Tiere, denn mit vereinter Kraft waren sie meistens erfolgreicher. Freilich,
manchmal starb einer dabei.
Im Sommer war das Nahrungsangebot relativ reichlich.
Wenn ein Stamm viele Tiere erlegen konnte, dann häufte er gute Vorräte für den
Winter an, aber meistens reichte es nicht für alle. Und so starben viele
Menschen im Winter des Hungers. Am schlimmsten hatten es die, die noch kein
Feuer besaßen.
Krieger konnten schließlich am Ende des Winters Äcker
rund um ihre Niederlassungen in der Ebene bestellen und im Herbst konnten die
Menschen die Ernte einbringen.
Frauen steckten meistens in den Siedlungen und
sammelten oder fischten höchstens. Blieb keine Frau in einem Dorf zurück, so
wurde die Lagerstätte von den Menschen aufgegeben. Aber jedesmal, wenn ein Mann
und eine Frau zusammentrafen, konnten sie eine neue Siedlung gründen. Es ist
nun mal eine Tatsache, daß Frauen Nachwuchs bekommen. Immer am Ende einer
Jahreszeit brachten die Frauen in den Dörfern Kinder zur Welt. Deshalb war es für
den Stamm wichtig, sie zu beschützen, denn Frauen waren schon damals nicht sehr
wehrhaft. Jedesmal, wenn fremde Krieger vorbeikamen und sie nicht verteidigt
wurden, nahmen die Fremden die Frauen gefangen und gliederten sie in ihren
Stamm ein oder töteten sie gar. Aber noch schlimmer für einen Stamm war es, mit
einer Frau auch ein Lager zu verlieren, denn damit erbeuteten die Widersacher
Nahrung.
Sie waren oft dem Wetter und dem Zufall
ausgeliefert. Überschwemmungen, Vulkanausbrüche und Waldbrände, aber auch Schneestürme
und beißende Kälte machten den Menschen schwer zu schaffen. Doch die Menschen
halfen sich durch Tricks. Mal bauten sie Flöße um Flüsse zu überqueren und ein
andermal benützten sie bessere Pfeilspitzen. Wie es schließlich endete, weiß
keiner so genau. Kann sein, daß ein Stamm alleine überlebte oder seine Macht
zwei Runden lang demonstrierte, weil der Stamm vier Dörfer/Höhlen unterhielt.
Aber das können wir nur mehr raten...
Ich habe vor mir eine Ausgabe des französischen
Spiels "La Vallée des Mammouths" liegen, ich der ich nicht ein Wort
französisch spreche: Aber es ist die deutsche Ausgabe, aus Essen mitgenommen.
Die Schachtel (das Cover finde ich sehr ansprechend), der Spielplan (für
Abwechslung beidseitig bedruckt) und die Kartenrückseiten haben noch ihren
original französischen Aufdruck. Aber das sollte niemanden davon abhalten, das
Tal der Mammuts einmal zu spielen, denn die Spielregel ist in vorbildlichem
Deutsch abgefaßt und läßt keine Fragen offen, vorausgesetzt, man geht sie
aufmerksam durch.
Für die sechs Spieler gibt es je 6 Spielmarker für
Frauen und 9 für die Krieger, sowie 5 Höhlen (Dörfer sind auf der RÜckseite).
Die Zeichnungen von den Menschen sind ein bißchen satirisch angelegt und
erinnern an Comics.
Weitere Marker stellen die Tiere dar (Mammut,
Wollnashorn, Bison, Bär, Säbelzahntiger und Wolf), Nahrung (ein bezeichnendes
Knochensymbol, denn man leidet fast immer an Hunger), Feuer, Brände/Überflutungen
und Äcker.
Ereigniskarten für Sommer und Winter machen die
einzelnen Jahreszeiten schwieriger. Außerdem gibt es Trickkarten für die
Spieler, die ihnen das Überleben erleichtern sollen. Und schließlich noch 2 Würfel
für Kämpfe und sonstiges.
Die Schachtel selbst ist 53 cm!! lang, ein sehr
ungewöhnliches Format also, aber für Ludoélire anscheinend normal, und hätte
auf jeden Fall kleiner ausfallen können. Und um die Negativa gleich noch zu ergänzen:
Die Farben der Marker sind nicht sehr gut gewählt. Da gibt es drei leicht
unterschiedliche Gelb- bis Ockertäne, was bei schlechtem Licht nicht gerade
einfach zu unterscheiden ist. In dieser Ausgabe sind da noch die hellblauen
Marker zu erwähnen, die rückseitig lila sind; das wird vermutlich bei allen
Spielen so sein. Bei den Kriegern und Frauen stärt das nicht weiter (weil nur
die hellblaue Seite bedruckt ist), aber die Dörfer sind lila. Das hat mich
stark irritiert. Weitere Kritikpunkte (und Haarspaltereien) wären die fehlenden
Abflüsse für die Gewässer und so mancher hat sich schon über das Vermehrungsverhalten
der Frauen lustig gemacht: Die vermehren sich auch ohne Männer zweimal im Jahr,
wenn sie in einem Dorf sind.
Alles in allem halte ich das Tal der Mammuts für ein
hervorragend gelungenes Taktik- und Strategiespiel. Ich wage es sogar, dieses
Spiel als "Cosim für die Familie" einzustufen, schließlich treten
sehr häufig Konflukte zwischen den Spielern auf (vor allem wenn 6 Stämme
zanken), die oft tierisch gemein ausgetragen werden.
Die Streitigkeiten gehen vor allem um zwei Dinge:
Nahrung und Frauen. Wenn letztere irgendwo unbewacht zurückbleiben, ist meist
ein fremder Casanova zur Stelle, der sie seinem eigenen Stamm zuführt. Aber ein
gewiefter Spieler kann auf diese Weise - gewollt - eine Frau loswerden, die
jemand anderer letztlich durchfüttern muß.
WIN-Wertung:
** Das Tal der Mammuts W SSS II UU A 2-6 (6)