Rezension

 

Abenteuer in acht Kapiteln

 

Aufbruch nach Newdale

 

Die Oh my Goods-Saga geht weiter…

 

Und wie! Schließlich tauchen wir in  eine abenteuerliche Geschichte über acht Kapitel ein. du musst eine Expedition ausstatten, die du dann selbst durchführst. Auch Waffen dürfen dabei nicht fehlen, wenngleich damit nicht wirklich gekämpft wird und zu guter Letzt stichst du auch noch in See!

 

Diese nette Hintergrundgeschichte ist für den Spielablauf zwar völlig unbedeutend, einen Tick mehr Spaßfaktor beschert sie uns jedoch ebenso wie sechs verschiedene Spielbretter und von Runde zu Runde neue Spielelemente, etwa zusätzliche Aktionsfelder, schwer zu überwindende Gebirgspässe und Moorlandschaften oder Brücken, die du bauen musst (und auch willst, da der Erbauer dann Maut von den anderen Brückennutzern erhält). Und wenn Hintergrundstories nichts für dich sind – keine Sorge – spiel einfach das Kapitel, das dir am besten gefällt!

 

Alle starten mit einer Köhlerei und einigen Handkarten, ehe man erste Entscheidungen treffen muss: Welches Gebäude soll gebaut werden? Und zwar gewissenhaft – höhere Kosten – oder schlampig – mit geringerem Ertrag? Hauptsache, eine ertragreiche Kettenproduktion kann genutzt werden. Doch  zunächst wird, wie in jeder der sieben Runden, ein Ereignis aufgedeckt. Das bringt dir verschiedenfarbige Gehilfen, sowie ein – zumeist hilfreiches – Ereignis. Nachdem du dich entschieden hast, wie du deine Aktionssteine einsetzt - Worker Placement at its best -, werden noch weitere Gehilfen verdeckt gezogen. Hier entscheidet sich, ob du zu mutig gesetzt hast, da die von dir erhofften Gehilfen leider nicht gezogen wurden. Oder hättest Du sogar mutiger produzieren können, denn nun stehen da sogar drei seltene blaue Gehilfen ungenutzt herum? Vergebenen Chancen nachzuweinen bringt nichts, denn alea iacta est – nein – „die Aktionssteine sind gesetzt“ muss es heißen.

 

Die Aktionen - das Herzstück: Beim „Abarbeiten“ der Aktionssteine stellt sich das Bauen als besonders spannend dar, denn hier, im Run auf die lukrativsten Bauplätze, kommt die einzige echte Interaktion zum Tragen. Denn nur dem ersten Bauherrn des jeweiligen Dorfes winkt ein mitunter entscheidender Bonus. Für Baupioniere warten zudem wertvolle, über das Spielbrett verteilte Bonusplättchen -  weniger spektakulär, jedoch nicht minder wichtig sind Aktionen wie „Zugweite verbessern“, „Handkarten ziehen“, „Waren am Schwarzmarkt besorgen“, „weitere Aktionssteine anheuern“ oder „Produzieren“. Bei Letzterem zeigt sich, wer in „Oh my goods“ die „Kettenproduktion“ am besten gelernt hat. Denn stellst du aus Holz im Sägewerk Bretter her, tust du gut daran, in der Fassbinderei sofort wertvollere Fässer daraus zu prozieren. Hast du zudem noch Trauben, gelingt es dir letztendlich, in der Kelterei mit einer einzigen Produktionskette aus Holz hochpreisigen Wein zu erzeugen – vorausgesetzt, du hast all diese Produktionsgebäude errichtet. Am Ende der Aktionsphase darf jeder noch einmal bauen und seine Sondergebäude nutzen – eine sehr zufriedenstellende Phase!

 

In der abschließenden Runde geht es dann ausschließlich um (entscheidende) Siegpunkte, die es mit Militärstärke (über Kasernen oder Türme), Erfüllung des Kapitelauftrages, produzierte Waren, Geheimaufträge und wertvolle Gebäude zu lukrieren gilt. Hier kann Fortuna für Frust sorgen, wurde die langfristige Planung auf eine spezielle Karte ausgerichtet, die jedoch unwahrscheinlicherweise nicht ins Spiel gelangt! Bitter – nochmal spielen, durchaus auch solo!

 

Aufbruch nach Newdale ist ein hervorragend ausbalanciertes, stimmiges Worker Placement Spiel für Experten, das – auch in Runden zu viert – beinahe solitär gespielt wird. Ansprechend (ausgenommen das Schachtel-Innere) und klug gestaltet, ist es eine gelungene Weiterentwicklung vom Kartenspiel Oh my Goods. Die einzelnen Kapitel geben zusätzlichen Spielreiz samt moderatem Legacy-Feeling und das Solospiel glänzt sogar besonders!

 

R.W. Langer

 

Spieler: 1-4

Alter: 12+

Dauer: 90+

Autor: Alexander Pfister

Gestaltung: Klemens Franz

Preis: ca. 50 Euro

Verlag: Lookout Spiele 2019

Web: www.lookout-spiele.de

Genre: Worker Placement, Kampagne

Zielgruppe: Für Experten

Spezial: 1 Spieler

Version: de

Regeln: de en

Text im Spiel: ja

 

Kommentar:

Gut ausbalanciert

Attraktives Design

Als Kampagne spielbar

Weiterentwicklung von Oh my Goods

 

Vergleichbar:

Oh my Goods

 

Andere Ausgaben:

Lookout Spiele (en)

 

Meine Einschätzung: 7

 

R.W. Langer

Oh my Goods war schon gut, Aufbruch nach Newdale ist fast noch besser - herrlich ausgewogen, mit toller Solo-Variante und mit Worker Placement wie es sein soll!

 

Zufall (rosa): 1

Taktik (türkis): 3

Strategie (blau): 3

Kreativität (dunkelblau): 0

Wissen (gelb): 0

Gedächtnis (orange): 0

Kommunikation (rot): 0

Interaktion (braun): 2

Geschicklichkeit (grün): 0

Action (dunkelgrün): 0