CAMPAIGN TRAIL
War es schon immer Dein Lebensziel, Präsident der
Vereinigten Staaten zu werden? Mit
...
Campaign Trail
The Game of Presidentioal Elections
Game Designers Workshop 1983
-
2-6 Spieler
... kann es Dir gelingen
Das Spiel orientiert sich nämlich am Verfahren bei
der Wahl der Präsidenten der USA. Jeder Bundesstaat nominiert eine feste (von
der Größe des Staates abhängige) Zahl von Wahlmännern, die bei der eigentlichen
Wahl mitwirken und - unabhängig von prozentuellen Anteilen - für den Kandidaten
stimmen, der im Staat die meisten Stimmen erreicht hat. Scheidet ein Kandidat
aus, so stimmen die Wahlmänner für einen anderen Kandidaten. Und zwar simuliert
das Spiel den Wahlkampf, bei dem die Kandidaten und ihre Helfer versuchen,
durch Wahlversammlungen möglichst viele Stimmen für sich zu gewinnen.
Die Spielregeln
0. Spielmaterial
(a) Eine Karte der USA, auf der die Bundessstaaten,
ein den wichtigsten Straßenverbindungen nachempfundenes Wegenetz und die Bevölkerungszentren
eingezeichnet sind: Großstädte rot, Städte bleu und Orte weiß.
(b) Für jeden der Spieler drei unterscheidbare
Spielfiguren
(c) 48 Ereigniskarten
1. Spielprinzip
Jeder Spieler bewegt seine Spielfiguren ("Präsidentsschaftskandidat" P, "Vizepräsidentschaftskandidat"
V und - fallweise "Wahlhelfer" W) über das Spielfeld. Durch den
Aufenthalt in Städten werden Stimmanteile (ST) im entsprechenden Staat
gewonnen. Ereigniskarten beeinflussen die Vorgänge. Bei der Abrechnung wird
anhand der erworbenen Stimmanteile in einem oder mehreren Wahlgängen der Präsident
(= Sieger) ermittelt.
2. Spieldurchführung
1. Phase - Start
(a) Reihum beginnend beim Startspieler setzt jeder
Spieler seinen P in einen bisher nicht gewählten Staat seiner Wahl und erhält
dafür 10 ST gutgeschrieben (Heimatstaat), Anschließend wählt in umgekehrter
Reihenfolge jeder Spieler einen ebenfalls bisher nicht gewählten Staat als
Start (= Heimatstaat) für seinen V aus und erhält in diesem Staat 5 ST
gutgeschrieben.
(b) Jedem Spieler werden zwei Flugtickets zur Verfügung
gestellt.
(c) Es wird vereinbart, wie lange gespielt wird.
(Empfohlen wird: 30 Min pro Spieler).
2. Phase - Wahlkampf
Die Spieler sind reihum am Zug.
Ein Zug verläuft wie folgt:
(a) Der Spieler gibt bekannt, mit welchen Figuren
und welchem Ziel er Flugtickets benutzen möchte. Flüge sind nur von und nach
roten oder blauen Städten möglich. Für jede Figur ist pro Flug ein Flugticket
zu verwenden.
(b) Es wird mit zwei Würfeln gewürfelt. Ist das
Resultat ein Pasch, so wird eine Ereigniskarte abgehoben und die entsprechende
Aktion durchgeführt. (Wurden alle Karten verwendet, wird neu gemischt). Hat der
Spieler einen W im Einsatz so wird für diesen seperat
mit einem andersfarbigen Würfel gewürfelt.
(c) Bewegung:
Der Spieler teilt die beiden Würfelergebnisse nach
seinem Ermessen seinem P und seinem V zu (je ein Ergebnis), das dritte Ergebnis
ist - falls vorhanden - seinem W zugeordnet.
Jede Figur, die nicht ein Flugticket benützt und
daher entsprechend gezogen wird, oder durch eine Ereigniskarte daran gehindert
wird, muß nun dem Würfelergebnis entsprechend gezogen
werden: das Durchlaufen einer Schleife ist dabei gestattet, nicht jedoch das
Umkehren (zweimaliges Benützen desselben Wegstückes - das gilt auch für
Sackgassen!)
(d) Für jede Figur werdem Spieler
im entsprechenden Staat 1-3 Stimmanteile gutgeschrieben: 3 für eine rote Stadt,
2 für eine blaue und 1 für eine weiße.
(e) Option Duell
Zieht eine Figur in eine Stadt, in der sich bereits
eine Figur eines Konkurrenten befindet, so kann er diesen zu einem (Rede-)
Duell herausgefordert werden. Befinden sich in einer Stadt mehrere gegnerische
Figuren, so kann mit jeder dieser Figuren ein Duell stattfinden. Das Ergebnis
des Duells wird durch Würfeln ermittelt. Dier Sieger
erhält im entsprechenden Staat 3 ST gutgeschrieben. Eine Herausforderung zu
einem Duell kann auch abgelehnt werden - in diesem Fall erhält der
Herausforderer 1 ST gutgeschrieben.
3. Phase Auswertung
(a) Nach Ablauf der vereinbarten Spieldauer wird die
angefangene Runde noch bis zum letzten Spieler (= vor dem Startspieler) zu Ende
gespielt und im Anschluß daran noch eine komplette
Runde.
(b) Nun wird das (Wahl-)Ergebnis festgestellt. Für
jeden Staat wird die entsprechende Anzahl Wahlmänner jenem Spieler
gutgeschrieben, der in ihm über die meisten Stimmanteile verfügt (bei
Gleichstand wird durch Würfeln entschieden)
Für den Sieg ist die absolute Mehrheit der Wahlmänner (270 von 538)
erforderlich. Wurde dies nicht erreicht, so scheiden der oder die Spieler mit
den wenigsten Wahlmännern aus, und das Ermittlungsverfahren wird mit den übrigen
Spielern wiederholt (Würfelentscheidungen werden dabei neu ausgetragen). Bei ssechs Spielern können also bis zu 5 Wahlgäng
erforderlich sein.
4. Ereigniskarten
(a) Wahlhelfer, 11 Karten
Der Spieler darf einen W einsetzen und zwar 6 bis 10
Runden, mit vorgeschriebenem Standort. Der Einsatz kann sofort oder in der
folgenden Runde erfolgen. Ist bereits ein W im Einsatz, so erfolgt der Einsatz
erst nach dem letzten Zug dieses W.
(b) Flugtickets, 8 Karten
1-5 Flugtickets, die teilweise nicht von allen
Figuren benutzt werden dürfen.
(c) Endorsement (12
Karten)
Gutschrift von Stimmanteilen in einer Reihe von
Staaten.
(d) Wahlkampftreffen, 7 Karten
Im nächsten Zug müssen alle Figuren des betreffenden Spieler in eine rote oder blaue Stadt
seiner Wahl in einer vorgeschriebenen Region ziehen (Normales Ziehen bzw, Fliegen unterbleibt - Gutschrift der ST erfolgt.)
(e) Krise, 10 Karten
Aussetzen im nächsten Zug, Verlust von ST,
Flugtickets, oder Wahlhelferzügen
5. Tabellen
(a) Wahlmänner
Es gibt 538 Wahlmänner - CA 74, NY 36, TX 29, PA 25,
IL 24, OH 23, FL 21, MI 20, NJ 16, je 13 in MA, NC, 12 in FA, IN, VA, 11 in MO,
TN, WI, 10 in LA, MD, MN, WA; 9 in AL, KY; 8 in CO, CT, IA, OK, SC; 7 in AZ,
KS, MS, OR; 6 in AR, WV; 5 in NE, NM, UT; 4 in HI, ID, ME, MT, NV, NH, RI; 3 in
AK, DE, DC, ND, SD, VT, WY.
(b) Ereigniskarten:
Wahlhelfer für
6 Runden ab Chicago, Detroit, Indianapolis, Los
Angeles, Seattle, Tampa
8 Runden ab Chicago, Denver, Sacramento, Omaha
10 Runden ab Washington (DC).
Flugtickets:
5 für P, 2 für V, 2, 3, 4, 5 für beliebige Figur,
nach Alaska + von Alaska; nach Hawaii + von Hawaii
Krisen: P setzt im nächsten Zug aus; V setzt in den
nächsten beiden Zügen aus (P bzw V wird nicht bewegt,
kann also keine ST gewinnen und zu keinem Duell herausfordern); der Spieler
setzt im nächsten Zug aus; in jedem Staat, in dem sich eine Figur des Spielers
befindet, gehen 3 ST an den linken Nachbarn verloren; in dem Staat in dem sich
P befindet, gehen 5 bzw 7 ST an den rechten Nachbarn vorloren, negative ST sind möglich - die Hälfte der ST des
Staates in dem sicn P bzw V
befindet, gehen verloren; W verliert alle restlichen Züge einschließlich des
aktuellen; ein weiterer W kann falls vorhanden sofort oder im nächsten Zug
eingesetzt werden; Zahld er Flugtickets wird auf 1
reduziert (Rundflugticket Hawaii bzw. Alaska gilt als ein Ticket, wirkt nach
den FLügen des aktuellen Zuges).
6. Variante PArtnerspiel
(a) Je 2 Spieler bilden eine Partnerschaft und
sitzen einander gegenüber.
(b) Es sind stets drei Figuren P, V, W im Einsatz,
eventuell auf Grund der Ereigniskarten ein weiterer W. EIn
Spieler bewegt mit den beiden Würfelergebnissen P und W und (falls im Einsatz)
mit dem dritten Würfel W, der zweite Spieler V, W und eventuell W
(c) Geheime Besprechungen sind nur zweimal gestattet
- zwischen der ersten und der zweiten Phase, und
- zur Halbzeit der zweiten Phase (10 Minuten
offizielle Pause)
Campaign Trail
gibt Rätsel auf: Die Lektüre der Regeln weckt keie
großen Erwartungen, Hat man das Spiel gespielt, so weiß man nacher
nicht recht, warum es Spaß gemacht hat, Denn es hat Spaß gemacht. Campaign Trail gehört zu den in
unserem Spielekreis erfolgreichn und beliebten
Spielen. Ein Mauerblümchen also?!
Es ist offensichtlich eine sehr geschickte Mischung
aus mehrerern einfachen, unscheinbaren Ingredienzien:
- einfache übersichtliche Regeln
- sehr viel Würfeln, doch beim Ziehen spielt das Würfelglück
kaum eine Rolle
- trotzdem gibt es beträchtliche Glücksfaktoren
(Pech bei den Ereigniskarten kann spielentscheidend
sein
- und die Möglichkeit, gezielt auf Würfelglück zu
spekulieren, indam man - besonders in der Schlußphase . durch gezielte mehrfache Duelle versucht,
einen wichtigen Staat für sich zu gewinnen
- die Möglichkeit für strategische Planung, z.b. den gezielten Einsatz von Flugtickets, die aber
wiederum dadurch erschwert wird, daß´es selbst bei
genauer Beobachtung der Stimmanteile (die übrigens auf Anfrage mitgeteilt
werden müssen!O schwer ist, den Stand der Dinge
einzuschätzen
- und den Umstand, daß es
aufgrund des raschen Spielablaufes (Zeitlimit) überaus prkatisch
sehr schwer ist, die theoretisch mögliche Übersicht zu bewahren
- nach Beendigung des SPiel
bleibt die SPannung bewahrt, weil es kaum möglich
ist, den Gewinner vorherzusagen
- Überraschungsmomente und Zufallsentscheidungen
gibt es bis zum Schluß und die beleben den an sich
recht trockenen Auswertungsvorgang, der so oft zum Höhepunkt des Spiels wird.
PS. Zur Ausstattung ist zu sagen, daß die Karte so übersichtlich wie möglich gestaltet ist, daß aber die einzelnen Figuren besser unterscheidbar sein könnten.
Über Stimmen, Tickets und Wahlhelfer wird auf einem Protokollblatt buchgeführt-
PPS. Campaign Trail ist für bis zu 6 Spieler gedacht. Es kann jedoch ohne
weiteres auch von mehr Spielern gespielt werden, wenn man eine entsprechend
lange Spielzeit und die relativ langen Pausen zwischen den Zügen eines SPielers in Kauf nimmt
WIN-Wertung:
** Campaign Trail W SS III D
UU A 6 (2-6/8) h