Unsere Rezension

 

Wer ist das Schaf?

 

Wooolf!!

 

wo versteckt sich nur der groSSe böse Wolf?

 

Wer ist der Wolf, wo sind die Schafe, gibt es überhaupt ein Schaf? Verdammt nochmal, gibt es jetzt einen Hund oder nicht? Diese und andere Fragen stellt man sich ständig während einer Partie des Deduktionsspiels Wooolf (ja das schreibt man wirklich mit drei „o“) des Verlages Capstone (in Deutschland Smiling Monster Games).

 

Wooolf macht Spaß, sogar unheimlich viel Spaß, aber nur in der richtigen Runde, ach ja, nachdenken muss man auch ein wenig, so locker mal dahin spielen wie ein simples Würfelspiel geht nicht, man muss schon sein Hirnkastl einschalten, um die richtigen Schlüsse ziehen zu können, welchen Charakter die Anderen spielen.

 

Was hat es denn nun damit auf sich: Jeder der am besten 5 bis 8 Spieler (zu viert geht’s mit Sonderregel auch) bekommt verdeckt 2 Charakterkarten. Auf der Karte sind ein Charakter und ein Zahlenwert (Schaf -1, Hund-2, Jäger-3, Schäfer-4, Wolf-5) abgebildet. Trotz 2 Stück dieser Karten ist man aber derjenige Charakter mit der höheren Zahl. Daraus folgt, dass es immer einen Wolf gibt, aber dafür ist es möglich, dass so mancher Charakter gar nicht im Spiel ist, weil ein Schaf ist man ja nur dann, wenn man auch 2 Schafe bekommen hat. Auf den Übersichtskarten ist ersichtlich wie oft es jede Charakterkarte je nach Anzahl Spieler gibt. Zusätzlich erhält jeder noch 2 zufällige Fragenkarten, eine Verdächtigungstafel mit 2 Drehrädern mit Pfeilen darauf und Hinweismarken in seiner Farbe.

 

Wer dran ist, hat eine von 3 Möglichkeiten:

 

1. Eine Fragenkarte vor einen anderen Spieler zu legen auf der z.B. Schaf, Schäfer und Jäger abgebildet sind. Der befragte Spieler muss jetzt wahrheitsgemäß antworten, ob er einer dieser drei Charaktere ist, indem er die Fragenkarte so unter seine Übersichtskarte schiebt, dass entweder „Yes“ oder „No“ sichtbar bleibt, welches auch seine Antwort ausdrückt. Eine andere Art von Fragekarten fragt nicht direkt nach dem Spielercharakter sondern z.B. ob eine seiner 2 Karten ein Hund ist. Auch diese Frage muss wahrheitsgemäß beantwortet werden, sagt aber natürlich noch nicht viel aus, da die erfragte Karte sofern sie mit „Yes“ beantwortet wurde, ja die Niedrigere sein könnte.

 

2. Eine der zwei Karten eines anderen Spielers zufällig ziehen und sie sich anschauen. Auf einer Karte ist nämlich zusätzlich ein kleiner Kreis abgebildet indem eben genau der entsprechende Charakter oder ein Fragezeichen abgebildet ist. Sieht man z.B. einen Jäger im kleinen Kreis, legt man seinen entsprechenden Hinweismarker vor diesen Spieler. Dadurch haben auch alle anderen Spieler eine Information erhalten. Ist allerdings ein Fragezeichen im Kreis abgebildet, legt man einen Fragezeichenmarker aus dem allgemeinen Vorrat vor diesen Spieler. Durch diese Info haben die Mitspieler wesentlich weniger erfahren als man selbst, jedoch auch das kann eine wichtige Information für die Mitspieler sein, da es nicht jeden Charakter mit einem Fragezeichen im Kreis gibt. Eine kleine Ausnahme stellt der Schäfer dar. Sollte er bei einem anderen Spieler im Kreis etwas anderes als ein Fragezeichen sehen, dann muss er (der alte Lügner) immer einen Wolfmarker vor diesen Spieler legen. Das kann die anderen Spieler schon gehörig verwirren, ihn aber auch gleichzeitig entlarven, wenn jemand schon vorher weiß, wer tatsächlich der Wolf ist.

 

3. Ab der zweiten Runden darf jeder eine Verdächtigung aussprechen; wer das je nach Spielerzahl als Erster bis max. Dritter macht, spricht eine sogenannte „Frühe Verdächtigung“ aus, was auch mit 2 statt 1 Siegpunkt honoriert wird, aber bei Falscheinschätzung einem das Recht nimmt in der nächsten Runde wieder eine frühe Verdächtigung auszusprechen. Wer verdächtigt stellt auf seiner Tafel entsprechend seiner 2 Zielvorgaben mit den Drehrädern die Nummern der Spieler ein, die er verdächtigt die entsprechenden Charaktere zu sein. Falls ein Charakter tatsächlich von zwei Spielern verkörpert werden sollte, genügt es einen davon einzustellen. Der Wolf hat nur ein Ziel, er muss ein Schaf finden, da aber die Schafe nicht immer im Spiel sind, kann das schon eine Weile dauern, bis man sich da ganz sicher sein kann.

 

Wurden zwei bzw. drei frühe Verdächtigungen ausgesprochen, können alle anderen Spieler nun ebenfalls eine „Abschließende Verdächtigung“ aussprechen, was natürlich eine gewissen Spannung aufbaut, überhaupt wenn man nur ansatzweise Vermutungen über die gesuchten Zielcharaktere hat. Gleichzeitig wird auch das Rundenende eingeläutet. Alle decken ihre Charakterkarten auf und überprüfen, ob ihre Verdächtigungen richtig oder falsch sind und nehmen sich die entsprechenden Siegpunkte oder Fehlermarken. Nach 3 Runden oder 2 Fehlermarken bei einem Spieler ist die Partie zu Ende.

 

Fazit: Wooolf ist ein Spiel, das in praktisch allen meiner Spielrunden sehr gut ankommt, sofern man denn Deduktionsspielen nicht vollständig abgeneigt ist. Manchmal können sich durch Zufall aber gehörige Wissensdiskrepanzen auftun; es kann schon recht frustrierend sein, wenn ein Mitspieler bereits bei seinem zweiten Zug eine frühe Verdächtigung ausspricht, insbesondere dem Wolf gelingt das manchmal, zumal dieser ja nur ein Schaf als Ziel hat. Aber auch das macht dieses Spiel aus und wer gewinnt ist fast immer sekundär, denn der Spaß steht an erster Stelle und meist ist in größeren Runden lautes Gelächter zu hören, wenn der Schäfer mit seiner Wolfsmarke wieder mal einen anderen Spieler in die Irre geführt hat, wofür er übrigens sogar zusätzliche Punkte bekommt. Besonders empfehlenswert ist Woolf mit Freunden in größeren Runden, zumal es ja so viele Spiele, die man sogar zu acht mit akzeptablen Zeitaufwand spielen kann, nun auch wieder nicht gibt. Zur Spiel 2013 gab es sogar zwei Erweiterungen: Little Red Riding Hood und Three Little Pigs.

 

Gert Stöckl

 

Spieler: 4-8

Alter: 8+

Dauer: 30+

Autor: Bono Light

Grafik: Tommy Ng

Preis: ca. 18 Euro

Verlag: Capstone Games 2013

Web: www.smiling-monster.de

Genre: Deduktion

User: für Freunde

Spezial: Viele Spieler

Version: multi

Regeln: cn de en

Text im Spiel: nein

 

Kommentar:

Gut für größere Runden

Gute Kombination aus Zufall und Deduktion

Verschiedene Aufgaben für die Rollen

 

Vergleichbar:

Alle Deduktionsspiele mit Rollenkarten, z.B. Jäger der Nacht, Bang, Der Widerstand etc.

 

Andere Ausgaben:

Derzeit keine

 

Meine Einstufung: 6

 

Gert Stöckl:

Für Freunde von Deduktionsspielen sicher eines der besten seiner Art, gerade deswegen weil es ohne Vampire und Werwölfe auskommt, auch wenn es immer einen bösen Wolf gibt.

 

Zufall (rosa): 2

Taktik (türkis): 1

Strategie (blau): 0

Kreativität (dunkelblau): 0

Wissen (gelb): 0

Gedächtnis (orange): 0

Kommunikation (rot): 1

Interaktion (braun): 1

Geschicklichkeit (grün): 0

Action (dunkelgrün): 0